03.07.2026
Jahr der achte Schüleraustausch mit unserer Partnerschule, dem Collège Alexis Kandelaft, in der Nähe von Lyon, statt. Daran nahmen 22 Schülerinnen und Schüler des achten Jahrgangs teil.
Unsere Reise begann am 14. Juni 2026 bereits um 7.00 Uhr früh. Bei nasskalten Temperaturen und strömenden Regen traten wir die Fahrt nach Frankreich an. Statt T-Shirt und kurzer Hose waren lange Hosen, Pullover und sogar Winterjacken angesagt. Überraschend, und für Bahnreisende eher ungewöhnlich, kamen wir nach zehnstündiger Reise absolut pünktlich in Lyon an.
Allerdings hätte das erste Aufeinandertreffen mit unseren Austauschpartnerinnen und -partnern kaum kontrastreicher sein können: Während wir noch winterlich eingepackt waren, wurden wir von unseren Gastfamilien in sommerlicher Kleidung und bei großer Hitze herzlich empfangen. Diese hohen Temperaturen begleiteten uns die gesamte Woche und wurden von Tag zu Tag mehr zur Herausforderung. Den Spaß an unserem abwechslungsreichen Programm ließen wir uns davon jedoch nicht verderben – ganz im Gegenteil.
Bereits am ersten Tag wurden wir mit einem typisch französischen Frühstück in der Schulmensa verwöhnt. Von Croissants über Crêpes bis hin zu Chouquettes war alles dabei, was das Herz von Liebhabern süßer französischer Spezialitäten höher schlagen lässt. Anschließende Kennenlernspiele sorgten dafür, dass schnell das Eis zwischen den Austauschpartnern gebrochen wurde und ein gelungener Austausch beginnen konnte.
Die Woche war abwechslungsreich und spannend gestaltet. In Lyon begaben wir uns auf historische Spurensuche und lernten die Altstadt aus einer ganz neuen Perspektive kennen. Für einen sportlichen Ausgleich sorgte eine Partie Boule Lyonnaise, einer abwechslungsreicheren Variante des bekannten Pétanque, bei der wir viel Freude hatten. Ein besonderer Höhepunkt war der Ausflug nach Marseille. Dort schlüpften die Schülerinnen und Schüler bei einem Cluedo-Spiel in die Rolle von Detektivinnen und Detektiven und machten sich im historischen Stadtkern auf die Suche nach einem Mörder. Im MUCEM konnten wir anschließend Kunstwerke und Ausstellungen entdecken, die die europäische und mediterrane Zivilisation in all ihren Facetten beleuchteten – vom Maghreb bis weit über die Grenzen Europas hinaus. Darüber hinaus beeindruckte Marseille mit seiner wunderschönen Hafenkulisse und seinem besonderen mediterranen Flair.
Am letzten gemeinsamen Schultag überwanden die Schülerinnen und Schüler ihre Sprachbarrieren und übten in kleinen binationalen Gruppen kurze Theaterszenen ein. Die Besonderheit dabei: Jeder Schüler spielte seinen Sketch in der jeweils anderen Sprache. Mit großem Mut, viel Kreativität und teilweise beeindruckendem schauspielerischem Talent meisterten sie diese Herausforderung mit Bravour. Beim Abschlussabend wurden die Sketche den Eltern vorgeführt, die wiederum ein köstliches Buffet vorbereitet hatten und so für das leibliche Wohl aller sorgten. So fand ein rundum gelungener Austausch einen fröhlichen Abschluss.
Das Wochenende verbrachten die Schülerinnen und Schüler in ihren Gastfamilien. Diese organisierten zahlreiche Aktivitäten und machten das Beste aus den hochsommerlichen Temperaturen. Gemeinsam ging es an nahegelegene Seen, wo gepicknickt, gebadet und Stand-up-Paddling ausprobiert wurde. Einige Gruppen nutzten die Gelegenheit sogar für eine Runde Lasertag. Dabei entstanden viele neue Freundschaften und unvergessliche Erinnerungen.
Schweren Herzens verabschiedeten wir uns am Montagmorgen von unseren Gastgeberinnen und Gastgebern und traten die Heimreise an. Die Hoffnung auf eine ebenso reibungslose Rückfahrt wurde jedoch schnell getrübt. Bereits bei der Abfahrt hatten wir das Gefühl, dass unser Busfahrer mit der Situation etwas überfordert war. Dieser Eindruck bestätigte sich leider sehr schnell. Trotz großzügig eingeplanter Zeit, entwickelte sich die Fahrt zum Bahnhof zu einer echten Zerreißprobe. Als sich der Fahrer schließlich in einer engen Gasse sogar noch festfuhr und die Zeit immer knapper wurde, beschlossen wir kurzerhand, etwa 800 Meter vor dem Ziel auszusteigen. Wir nahmen die Koffer und Beine in die Hand und liefen die letzten Meter zum Bahnhof. Tatsächlich erreichten wir den Bahnsteig erst in letzter Sekunde, nahezu zeitgleich mit der Einfahrt unseres Zuges.
Zu diesem Zeitpunkt waren wir überzeugt, das Schlimmste bereits überstanden zu haben. Doch das sollte sich als Irrtum herausstellen. Wie so oft zeigte sich die Deutsche Bahn wenig zuverlässig: Mit über 90 Minuten Verspätung erreichten wir Frankfurt und verpassten dadurch unseren Anschlusszug nach Hamburg. Damit nicht genug. Auch zwei weitere nachfolgende Züge fielen aus, sodass sich die Rückreise zu einer echten Geduldsprobe entwickelte. Am Ende kamen wir zwar erschöpft, aber glücklich und erfüllt von den vielen gemeinsamen Erlebnissen wieder zu Hause an.
Die Freude auf den Gegenbesuch unserer französischen Freunde im September ist bereits jetzt riesengroß. Wir freuen uns darauf, die Gastfreundschaft nun selbst erwidern zu dürfen und die im Austausch entstandenen Freundschaften weiter zu vertiefen.