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Schulprogramm

Schulprogramm

Für den norwegischen Philosophielehrer und Autor des Bestsellers „Sophies Welt“, Jostein Gaarder, sind Kinder die besten Philosophen, weil sie über eine Fähigkeit verfügen, die vielen Erwachsenen verloren gegangen ist: Sie werden nicht müde, Fragen zu stellen und sich über das vermeintlich Selbstverständliche bzw. über das vermeintlich Unbezweifelbare zu wundern. Ausgehend von der Lebens- und Alltagswelt der Schülerinnen und Schüler wird daher das Staunen, die Irritation über scheinbar Selbstverständliches zur Quelle philosophischer Tätigkeit.

Dabei ist das Prinzip des Dialogs dem Philosophieunterricht immanent. In der Auseinandersetzung mit anderen Menschen und Meinungen wird sowohl folgerichtiges und widerspruchsfreies Argumentieren als auch die Fähigkeit gefördert, die Gedanken anderer mit den eigenen zu verknüpfen. Philosophische Reflexion soll Schülerinnen und Schülern die Möglichkeit aufweisen, eigene Fragen im Spiegel philosophischer Theorien zu klären und zu beantworten.

Traditionell versteht sich die Philosophie in erster Linie als Reflexionswissenschaft. Die zentrale Aufgabe, die dem Philosophieunterricht daher zukommt, liegt darin, die Schülerinnen und Schüler im Sinne Immanuel Kants zu aufgeklärten, mündigen Menschen zu erziehen und ihnen Orientierung im Denken und Handeln zu geben, was angesichts einer global vernetzten und zunehmend komplexer werdenden Welt von besonderer Wichtigkeit ist. Hier zeigt der Philosophieunterricht auch und gerade vor dem Hintergrund nationaler und internationaler Konflikte und Herausforderungen der Gegenwart neue Denkalternativen sowie Handlungsmöglichkeiten auf.

Der Philosophieunterricht sucht grundlegend seinen Ausgangspunkt in der Lebens- und Erfahrungswelt der Schülerinnen und Schüler und ist dementsprechend alltagsbezogen und problemorientiert ausgerichtet. Dies schließt zugleich eine rein additiv-chronologische Vermittlung einzelner philosophiegeschichtlicher Positionen aus. Vielmehr orientiert sich der Philosophieunterricht an den wesentlichen menschlichen Grundfragen, so wie Immanuel Kant sie formulierte:

- Was kann ich wissen?
- Was soll ich tun?
- Was darf ich hoffen?
- Was ist der Mensch?

Aus diesen vier Grundfragen Kants ergeben sich die konkreten Themen und Inhalte des Philosophieunterrichts in der Mittel- und Oberstufe, während in der Unterstufe philosophische Fragestellungen im Rahmen einer Klassenlehrerstunde behandelt werden. Der Lehrplan Philosophie sieht insbesondere für die Oberstufe folgende Themenbereiche vor:

- Einführung in das philosophische Denken
- Philosophische Anthropologie

- Probleme der Ethik
- Erkenntnistheorie
- Metaphysik
- Aspekte der Staats- und Geschichtsphilosophie

In der letzten Oberstufenklasse gibt es keine verbindlichen thematischen Vorgaben. Die Themenwahl vertieft die vier Reflexionsbereiche, wobei aktuelle Probleme und Fragestellungen im Vordergrund stehen.