X


Religion

Der Religionsunterricht will Antworten auf die Frage nach dem Sinn des Lebens geben und Kindern und Jugendlichen in einer zunehmend pluralistischen Gesellschaft Orientierung verschaffen.

Ziel des Religionsunterrichts ist die Vermittlung folgender Kompetenzen:

Die fünf funktionalen Kompetenz-Dimensionen
- Perzeption (Wahrnehmen und Beschreiben religiös bedeutsamer Phänomene),
- Kognition (Verstehen und Deuten religiös bedeutsamer Sprache und Glaubenszeugnisse),
- Performanz (Gestalten und Handeln in religiösen und ethischen Fragen),
- Interaktion (Kommunizieren und Beurteilen von Überzeugungen) und
- Partizipation (Teilhaben und Unterscheiden: begründete (Nicht-) Teilhabe an religiöser und gesellschaftlicher Praxis)

Diese Kompetenzen werden von vier thematischen Gegenstandsfeldern, wie sie Schülerinnen und Schülern in der Regel im Religionsunterricht begegnen, ergänzt:
1. subjektive Religion der Schülerinnen und Schüler,
2. Bezugsreligion des Religionsunterrichts,
3. andere Religionen und Weltanschauungen,
4. Religion als gesellschaftliches und kulturelles Phänomen.

Beide Auflistungen lassen sich aufeinander beziehen, so dass sich in diesem kombinatorischen Modell folgende zwölf funktional wie thematisch bestimmte Kompetenzen ergeben:
1. die persönliche Glaubensüberzeugung bzw. das eigene Selbst- und Weltverständnis wahrnehmen, zum Ausdruck bringen und gegenüber anderen begründet vertreten,
2. religiöse Deutungsoptionen für Widerfahrnisse des Lebens und des Lebens anderer wahrnehmen und ihre Plausibilität prüfen,
3. Entscheidungssituationen der eigenen Lebensführung als relevant erkennen und mithilfe religiöser Argumente bearbeiten,
4. Grundformen religiöser Sprache (z.B. Mythos, Gleichnis, Symbol, Bedürfnis, Gebet, Gebärden, Dogma, Weisung) kennen, unterscheiden und deuten,
5. über das Christentum (evangelischer bzw. katholischer Prägung) (theologische Leitmotive sowie Schlüsselszenen der Geschichte) Auskunft geben,
6. Grundformen religiöser Praxis (z.B. Feste, Feiern, Rituale, Diakonie) beschreiben, probeweise gestalten und ihren Gebrauch reflektieren,
7. kriteriengeleitet lebensförderliche und lebensfeindliche Formen von Religion unterscheiden,
8. sich mit anderen religiösen Überzeugungen begründet auseinandersetzen und mit Angehörigen anderer Konfessionen bzw. Religionen respektvoll kommunizieren und kooperieren,
9. Zweifel und Kritik an Religionen sowie Indifferenz artikulieren und ihre Berechtigung prüfen,
10. den religiösen Hintergrund gesellschaftlicher Traditionen und Strukturen (z.B. von Toleranz, des Sozialstaates, der Unterscheidung Werktag/Sonntag) erkennen und darstellen,
11. religiöse Grundwerte (z.B. Menschenwürde, Nächstenliebe, Gerechtigkeit) erläutern und als Grundwerte in gesellschaftlichen Konflikten zur Geltung bringen,
12. religiöse Motive und Elemente in der Kultur (z.B. Literatur, Bilder, Werbung, Filme, Sport) identifizieren, ideologiekritisch reflektieren und ihre Bedeutung erklären.

Aktueller Stand

Katholische Religion wird derzeit in den Klassenstufen 5 und 6 einstündig unterrichtet außerdem gibt es einen Kurs in Klasse 11, der zweistündig unterrichtet wird.
Evangelische Religion wird derzeit in den Klassenstufen 7 und 8 einstündig unterrichtet; in der Oberstufe gibt es im 11. und 12. Jahrgang jeweils einen zweistündigen Kurs.

Perspektive des Faches (laut Orientierungshilfe G8 Evangelische Religion)

1.1.Was ist neu?
ie Verkürzung des gymnasialen Bildungsganges von 9 auf 8 Schuljahre hat auch Konsequenzen für den Religionsunterricht in den beiden Sekundarstufen, z.B. die schüler- und sachgerechte Neuverteilung von Lerninhalten und die Problematik, dass die Schülerinnen und Schüler der Sekundarstufe II quasi ein Jahr früher die Anforderungen das Oberstufenlehrplanes zu erfüllen haben; gerade für das Fach Religion liegt in dieser veränderten entwicklungspsychologischen Lage eine besondere Herausforderung.
Die Kontingentstundentafel ordnet das Fach – analog zur neuen Oberstufenverordnung – dem Bereich der Gesellschaftswissenschaften zu. Dabei wird dem Fach für die Jahrgangsstufen 5 bis 9 des achtjährigen Gymnasiums eine Mindeststundenzahl von 6 Stunden zugeschrieben, die nicht unterschritten werden darf. Die konkrete Verteilung des Kontingentes liegt in der Hand der Schulleitung.

1.2.Was bleibt?
Die verfassungsrechtliche Verankerung des Religionsunterrichts als Schulfach ist weiterhin gewährleistet. Weiterhin gelten der grundlegende Erlass zum Religionsunterricht von 1995, die Regelungen des Schulgesetzes in der Neufassung vom 24.1.2007 (v.a. §7) sowie der Staatskirchenvertrag vom 23.4.1957.

Im inhaltlichen Bereich sind für den Religionsunterricht weiterhin maßgeblich:
- die Lehrpläne für die Sekundarstufe I und II,
- die „Einheitlichen Prüfungsanforderungen in der Abiturprüfung“ (EPA) sowie
- die dazugehörigen Fachanforderungen für die Abiturprüfung in ihrer Neufassung.

1.3.Was folgt daraus?
Es müssen in der Sekundarstufe I weiterhin die sechs verbindlichen Themenbereiche behandelt werden:
1. Der Einzelne in der Gemeinschaft
2. Unsere Welt – unsere Umwelt
3. Die Frage nach Gott
4. Lebensgestaltung und Kirche,
5. Anders leben – anders glauben
6. Auf dem Weg in die Zukunft

In der neuen Sekundarstufe II muss in den beiden ersten Jahren (10. und 11. Klasse) wie derzeit in den Klassen 11 und 12 pro Halbjahr einer der vier Themenbereiche (1. Die Frage nach Gott, 2. Die Frage nach dem Menschen, 3. Die Frage nach dem richtigen Handeln, 4. Die Frage nach der Religion und den Religionen) schwerpunktmäßig behandelt werden; dabei bleiben auch die Themen „Biblisches Reden von Gott“, „Wer war, wer ist Jesus Christus?“ und „Nicht-christliche Religionen in Geschichte und Gegenwart“ verbindlich.